Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in der Bahnhofstraße

 

Pro Schneeberg setzt sich für eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Bahnhofstraße bis zum Ortsende Mauer Richtung Schatthausen auf 30 km/h ein

 

 

Im § 45 der StVO wird die Errichtung von Tempo 30 Bereichen geregelt.

In der Vergangenheit war eine wesentliche Voraussetzung für Tempo 30 eine vorhandene Gefahrenlage, die das gewöhnliche Verkehrsrisiko erheblich übersteigt.

Mit einer neuen Verordnung zur Änderung der StVO wurde die Hürde für Tempo 30, deutlich gesenkt. Nach unserer Ansicht erfüllte der betreffende Abschnitt der Bahnhofstraße in Mauer auch schon vor der Überarbeitung der Verordnung alle Bedingungen, um eine Beschränkung des fließenden Verkehrs zurechtfertigen.

 

Der §45 der STVO besagt, dass Tempo 30 angeordnet werden kann: „wo es für die Sicherheit des Verkehrs erforderlich ist, weil auch ein aufmerksamer Verkehrsteilnehmer die Gefahr nicht oder nicht rechtzeitig erkennen kann und auch nicht mit ihr rechnen muss.“

Mit Verkehrsteilnehmer sind auch Menschen die nicht im Auto unterwegs sind gemeint.

 

Eine Gefahrenlage, die das allgemeine Risiko einer, der in §45 StVO genannten Rechtsgüter erheblich übersteigt, liegt nicht erst dann vor, wenn ohne ein Handeln der Straßenverkehrsbehörde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zusätzliche Schadensfälle zu erwarten wären.

 

Es reicht aus, dass eine entsprechende konkrete Gefahr besteht, die sich aus den besonderen örtlichen Verhältnissen ergibt. (BVerwG 3C 23.00, geänderte Rechtsprechung.)

 

Unserer Meinung nach ist von der Verkehrsbehörde umgehend eine Reduzierung auf Tempo 30, aus Sicherheits- Emissionsschutz und Lärmschutzgründen anzuordnen.

Es muss nicht erst schwere Unfälle mit unübersehbaren Folgen geben bevor das Amt reagieren kann.

 

Aus diesem Grund  haben wir bereits Anfang Juli 2018 ein Schreiben an das Landratsamt mit unseren Hinweisen und Forderungen gesendet.

 

Hier nur die wichtigsten Gründe die für eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 sprechen.

 

  1. Fuß und Radverkehr, SCHULWEG
  2. Gefälle/Streckenführung
  3. Verkehrsbelastung
  4. Landesstraße geht mitten durch den Bahnhof -EINZIGARTIG-
  5. Lärmbelastung

 

 

Die Gründe im Detail:

 

Fuß und Radverkehr, SCHULWEG

 

Ganz deutlich für eine Geschwindigkeitsreduzierung spricht auch der tägliche starke Fuß- und Radverkehr auf der innerörtlichen L547, der Bahnhofstraße, des gesamten Ortsteils „Übersee“ zum Bahnhof, zur Grundschule und in den Kernort.

 

Die Bahnhofstraße ist Schulweg es gibt keine andere Verbindung für die Kinder von diesem Teilort zur Schule.

 

Es besteht hier auch eine besondere Gefahrenlage wegen der Unübersichtlichkeit durch die vielen Einmündungen und Querungen.

 

Im engen örtlichen Zusammenhang zum Bahnübergang bzw. Bahnhof respektive Einmündung Anschluss an B45, quert auch der stark frequentierte Elsenztal-Fernradweg des Landesradnetztes die Bahnhofstraße.

Eltern mit radfahrenden Kindern, teilweise mit Radanhängern für Kinder, queren hier langsam, weil schwerfällig, die Bahnhofstraße.

Auch andere Menschen haben Probleme schnell fahrende Autos die über die Elsenzbrücke oder die Bahngleise kommen und erst spät zu sehen sind, weil teilweise verdeckt, rechtzeitig zu erkennen. Dabei mündet der Radweg, von Norden bzw. Süden kommend, um einige Meter versetzt in die Bahnhofstraße, was den Überquerungsweg verlängert.

Dies ist beim Landesradnetz auch als Gefahrpunkt erkannt und bereits hinterlegt.

 

 

Gefälle/Streckenführung

 

Eine Gefahrenlage entsteht erst einmal durch starkes Gefälle der L547 aus Richtung Schatthausen und einem schlecht einsehbaren, kurvenreichen Ortseingang mit sofort folgenden Querungen.

Diese Querstraßen sind bereits heute wegen der schlechten Sichtverhältnisse in die Bahnhofstraße, teilweise mit Verkehrsspiegeln ausgestattet.

 

 

Verkehrsbelastung

 

Der Lkw und Pkw-Verkehr aus dem Neckartal und dem Kraichgau hat sich in Richtung Schatthausen, Wiesloch, Heidelberg in den letzten Jahren immens verstärkt.

Die zugrunde liegenden Zahlen der Verkehrsbelastung werden lediglich berechnet die aktuelle reale Verkehsbelastung der Bahnhofstraße ist daher nicht nachzuvollziehen.

Eine zusätzliche Gefahrenlage ergibt sich in der Bahnhofstraße durch erhöhten Anteil an Schwerlastverker, mit begründet durch die an- und abfahrenden LKW von und zum Steinbruch in der Ziegelleistraße.

 

Laut Bundesverwaltungsgericht ergibt sich eine Gefahrenlage aus der Verkehrsbelastung einer Strecke, etwa einer erheblichen Überschreitung der durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärke und einem überproportionalen Anteil des Schwerlastverkehrs. (BVerwG 3B 79.06 v.4.7.2007)

 

 

Landesstraße geht mitten durch den Bahnhof -EINZIGARTIG-

 

Rechts und links der Bahnhofstraße sind direkt Bahnsteige von denen aus Reisende, vom kleinen Kind bis zum Greis, direkt auf die Bahnhofstraße gelangen.

Durch die hohe Anzahl von Reisenden ergibt sich eine latente Gefahr, da viele Personen die Landesstraße sofort an den Bahnsteigen queren.

Fahrräder und Autos der Ankommenden sind meist auf der jeweils anderen Straßenseite geparkt, da sie ja bei der Abfahrt den jeweils gegenüberliegenden Bahnsteig benutzten.

 

Im weiteren Verlauf der Bahnhofstraße zum Anschluss an die B45 quert ein Fußgängerüberweg, für den Verkehr der von der Bahnhofstraße kommt schlecht einzusehen, den Zubringer zur B45.

Hier kommt es immer wieder zu kritischen Situationen für Fußgänger, da sie vom Abbiegeverkehr Richtung B45 erst spät wahrgenommen werden können und der Fahrer sich noch auf den Bahnübergang konzentriert hat.

 

Das Risiko für die Fußgänger, Fahrradfahrer, Schüler ist bei Schrankenöffnung extrem hoch.

Zwischen 6 Uhr und 18 Uhr fahren 61 Züge auf der Bahnstrecke, d.h. es gibt auch entsprechend im Schnitt in weniger als 12 Minuten Schrankenöffnungen, bei denen sich die gestauten PKW und LKW auf der Bahnhofstraße, der Einmündungsverkehr aus der „Ziegeleistraße“ (Steinbruch) und „Am Bahndamm“ (Industriegebiet) sowie dem Anschluss an die B45 gleichzeitig in Bewegung setzen und auf 50km/h beschleunigen.

Abbiegende LKW haben bekanntlich für den Fahrer nicht einsehbare Fahrzeugbereiche, so dass auch davon eine erhöhte Gefahr für Fußgänger und Radfahrer gegeben ist unter die Räder des LKW zu kommen.

Da sich bisher auf der Bahnhofstraße die Fahrzeuge mit 50km/h nähern beschleunigen die LKW aus den Querstraßen sofort voll.

Wohl auf Grund des Wendekreises ihrer Fahrzeuge schneiden auch einige LKW-Fahrer die Kurve, wenn sie vom Bahnübergang kommen. Lkw die aus der anderen Richtung, aus Richtung Schatthausen kommen, sind wegen des großen Wendekreises der Fahrzeuge die komplette Straßenbreite der Bahnhofstraße und der Querstraße (Ziegeleistraße oder Am Bahndamm) benutzen.

 

Durch Begegnungen von Schwerlastern, teilweise zugeparkten Gehwegen, fehlenden Zebrastreifen im Bahnhofsbereich, umgefahrenen Begrenzungspfosten, Teilung der Bahnsteige durch die Bahnhofstraße und immer stärker werdenden Bahnreiseverkehr, ist eine konkrete Gefahr vorhanden.

 

 

Lärmbelastung

 

Eine Reduzierung der Geschwindigkeit reduziert grundsächlich auch den Lärm, da ein schnellers Fahrzeug lauter als ein langsameres ist.

Ein Lkw ist durchschnittlich so laut wie zwanzig Pkw.

 

Die vom Umweltbundesamt (UBA) vorgegebenen Lärmschutzwerte für Wohngebiete betragen 67 bzw. 57 dB(A). Um die Gesundheit zu schützen soll laut UBA sogar in einer ersten Stufe der Pegel von 65 dB(A) am Tag und 55dB(A) in der Nacht nicht überschritten werden. Dieser Lärmsanierung haben sich schon einige Bundesländer angeschlossen.

 

Die Lärmbelastung wird nicht gemessen sondern berechnet, dazu werden Daten aus Verkehrszählungen herangezogen.

 

Die zugrunde liegenden Daten wurden ursprünglich in der Vergangenheit an einer Messstelle in Schatthausen erhoben und dann über Jahre „fortgeschrieben“.

 

Wir meinen: Die bisherigen auf fragwürdigen Daten beruhenden Berechnungen führten dazu, dass aus lärmtechnischer Sicht nichts zu tun wäre. Deshalb muss eine aktuelle Verkehrszählung mit 2 Messtellen, eine am Bahnübergang und eine am Ortsausgang Richtung Schatthausen, Grundlage für eine Neubewertung der Lärmbelastung sein. Mit diesen beiden Messstellen werden auch die LKW von und zum Steinbruch in die Lärmberechnung mit einbezogen.

 

Termine & Aktuelles

Temporeduzierung in der Bahnhofstraße

 

Pro Schneeberg setzt sich für eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Bahnhofstraße bis zum Ortsende Mauer Richtung Schatthausen auf 30 km/h ein

 

Wieso, weshalb und warum erfahren Sie hier

 

Veröffentlicht 30.09.2018

Bericht zur Mitglieder-

versammlung am 2. Februar 2018

 

Der Bericht zur Mitglieder-versammlung am 2. Februar 2018 steht nun in unserer Rubrik
"Aus dem Vereinsleben" zur Verfügung

 

Veröffentlicht 04.06.2018

 

Sommer 2016

 

Mehrere Starkregenereignisse führen zu teilweise chaotischen Zuständen und Überschwemmungen im Ortsteil Übersee.

Mehrmals musste in diesem Zusammenhang........

 

.... weiter in unserer Rubrik  Im Detail oder direkt zum Artikel.

 

Veröffentlicht 03.10.2016

 

Beachtliche Staubentwicklung

 

An trockenen Tagen ist eine beachtliche Staubentwicklung im Steinbruch zu beobachten.

 

Neue Bilder finden Sie in der Rubrik: Im Detail -> Staubentwicklung.

 

Veröffentlicht 23.03.2014